Die Gemeinde als Ort vom Frieden

Datum: 2. Juni 2024 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Epheser 2,11-22

Was Paulus uns über das „In Christus erwachsen-werden“ beibringen will, ist ein erstaunlicher Augenöffner für das, was in dieser Welt abgeht (Eph 1,3-14). In Epheser 1,15-23 hat uns Paulus überrascht mit einer Neudefinition von Gemeinde: Gott ist laufend dran, und wir verstehen es nicht immer, und doch ist es fantastisch. Jeder Teil von unserem Leben wird von Gottes Wirken gepackt.

Die meisten von uns, wissen so ungefähr was man über sich selbst wissen muss. Wir lernen die Umgangssprache. Wir wissen so das Gröbste, wie man am Leben bleibt und wie man gesund bleibt. Die Eltern helfen uns dran zu denken, die Zähne zu putzen und unsere Hände zu waschen. Wir lernen unsere Schuhe zu binden. Wir wissen, wie wir mit unseren Freunden und Eltern so zu Schlage kommen, so dass wir keine Probleme bekommen. Wir lernen, wie man durch Schulsystem kommt, wie man einen Job findet, wie man heiratet und wie man eine Familie aufbaut – oder auch, wie das als Single geht. Wir finden heraus, was wir gerne haben und wir werden richtig gut in dem. Wir verlieben uns und dann machen wir Schluss. Wir lernen, wie wir uns anpassen und wie wir zusammen den Rank finden – oder auch nicht.

Doch wo Gott da tagein-tagaus reinpasst, da haben wir manchmal ein bisschen Mühe. Wir alle kennen uns bestens aus, wie man als Kind ist, und wie man Eltern hat, oder auch nicht hat. Wir wissen, was unsere Lehrer von uns denken, und was ihr Platz ist in unserem Leben. Wir wissen, wie das ist, wenn man einen guten Freund hat. Wir wissen, wie es ist, wenn man links liegen gelassen wird. Wir kennen das Adrenalin vom Joggen, Biken oder von der Achterbahn. Doch uns ist nicht immer klar, dass Gott genauso bei uns ist, und dass das unser Leben ist.

Wenn wir nicht wissen, was Gott über uns denkt, und was wir damit anfangen sollen, dann verpassen wir einen grossen Teil von dem, was es heisst, erwachsen zu werden. Wir dürfen erkennen, dass Gott nicht einfach eine allgemeine Gottheit ist, die im Universum etwas am Basteln ist, weit weg von dem, was wir erleben.

Gott ist nicht weit weg; Gott ist bei uns aktiv. Wie Gott über uns denkt, ist nicht einfach ein weiterer Schritt in unserem lebenslangen Lernen. Da ist mehr dahinter – es ist eine totale Neudefinition von dem, wer wir sind, und ganz anders, als was wir sonst kennen. Wir dürfen lernen, dass Gott mit jedem Teil von unserem Leben zu tun hat, nicht nur mit unserem Glauben. Paulus sagt kurz und bündig: Wir sind Heilige.

Und alles hat er ihm unter die Füsse gelegt, und ihn hat er als alles überragendes Haupt der Gemeinde gegeben; sie ist sein Leib, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt. (Eph 1,22-23)

Die Gemeinde ist der Anfangspunkt von dem, was Gott am Tun ist. In der Gemeinde finden wir die Rahmen­bedingungen unter denen wir in Christus aufwachsen. Ich bin mir bewusst, dass das eine etwas schwierige Aussage ist, aber das ist das, was Paulus sagt.

Gäll, wir sind im Westen geprägt vom Individualismus und Einzelkämpfertum. Da braucht es etwas Zeit, bis wir uns an das gewöhnen, weil wir uns so gewöhnt sind, für uns selbst zu schauen. Doch in Epheser 1,22-23 sagt Paulus, dass es Christus ist, der alle in allem erfüllt – nicht ich, nicht du und auch nicht wir. Je schneller wir uns daran gewöhnen, desto besser.

Heute ist Spiritualität voll im Trend, und so suchen viele Menschen Kraftorte. Es gibt ganze Listen von Kraftorten, die man besuchen kann, und die irgendwie eine positive Wirkung auf uns haben. Dabei suchen wir Orte, die uns beruhigen, stärken oder irgendwie unser Bewusstsein erweitern. Nicht selten hat es an einem solchen Ort eine Kapelle oder eine Kirche.

Bist du auch schon an solchen Orten gewesen? Während den Frühlingsferien waren wir in Breslau, Niederschlesien in den Ferien. Das ist der Ort, von der erste Zulauf 1612 in die Schweiz kam und dann wegen dem 30jährigen Krieg nicht zurückkonnte. 30 Jahre dauerte der Krieg, und danach blieb er in der Schweiz.

In Breslau besuchten wir die St. Elisabethenkirche, die reformiert ist. Das war spannend. Denn eine Kirche ist ein geistlicher Ort, und ich frage mich immer, was für Leute gehen da aus und ein? Wie leben die ihren Glauben? Dieser Ritter war die erste wichtige Person, die 1523 unter dem Reformator Johannes Hess reformiert wurde. Seine Gefolgschaft trat dann auch zum reformierten Glaubensbekenntnis über und dann mussten sie darüber reden, wie das in dieser Kirche möglich war.

Einmal war ich in einer Gemeinde, und da gab es eine Bank in der Kirche, der hatte ein Schild dran, wo draufstand, dieser Teil der Kirche ist für jene reserviert, die keine Parfüm tragen. Ich fand das so speziell, dass ich ein Foto machte.

Wie geht es dir, wenn du eine Kirche besichtigst. Was siehst du? Ist es einfach ein schönes Gebäude mit Architektur, die du bestaunst oder siehst du mehr? Wenn ich in eine Kirche gehe, dann frage ich mich jeweils, was sind das für Leute, die hier aus- und eingehen? Was haben sie für eine Gemeinschaft? Wie leben sie ihren Glauben?

Epheser 2,11-22

11 – Deshalb denkt daran, dass ihr einst vom Glauben her als Ausländer klassiert wurdet.

12 – Denkt daran, dass ihr zu jener Zeit fern von Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Ausländer, nicht einbezogen in die Bundesschlüsse der Verheissung, ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt.

13 – Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst weit weg wart, ganz nahe durch das Blut von Christus.

14 – Denn er ist unser Friede, er hat aus den beiden eins gemacht und die Trennwand abgebrochen. In seinem Fleisch hat er die Feindschaft beseitigt.

15 – Das Gesetz mit seinen Geboten und Bestimmungen hat er aufgehoben, um die beiden in seiner Person zu einem einzigen, neuen Menschen zu erschaffen, Frieden aufzubauen.

16 – Christus hat beide zusammengebracht durch seinen Tod am Kreuz. Das Kreuz hat uns versöhnt und das ist das Ende der Feindschaft.

17 – Und er kam und verkündigte Frieden euch, den Fernen – und Frieden den Nahen.

18 – Denn durch ihn haben wir beide in einem Geist Zugang zum Vater.

19 – Ihr seid also nicht mehr Fremde und Ausländer, vielmehr seid ihr Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.

20 – Er brauchte die Apostel und Propheten als das Fundament. Jetzt braucht er euch; er passt Baustein um Baustein, Stein um Stein zusammen, mit Christus Jesus als Eckstein.

21 – Durch ihn ist alles zusammengefügt und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn,

22 – durch ihn werdet auch ihr mitaufgebaut in die Wohnung Gottes im Geist.

Paulus sagt uns da, dass die Kirche wesentlich mehr ist, als was man sieht. Die Gemeinde ist mehr, als der Unterhalt vom Gebäude oder sonst etwas, was man mit dem Auge sieht. Für Paulus ist die Gemeinde der Ort, wo Gott am Werk ist, durch seinen Geist. In unserem Text heute morgen sind Gott und Jesus diejenigen, welche die treibende Kraft hinter der Gemeinde sind: [Zieh mer eus das ie:]
Jesus ist unser Friede (Eph 2,14), er machte aus uns eins (V14), er hat das Gesetz aufgehoben (V15),
er hat eine neue Menschheit gemacht (V15), er hat Frieden geschaffen (V15), er hat uns versöhnt (V16),
er hat sterben lassen (V16), er verkündigte Frieden (V17).

Und wenn wir jetzt wissen wollen, wie wir da dazugehören, dann müssen wir nicht auf das achten, was wir tun, sondern auf das, was an uns getan wird: Wir werden nahegebracht (V13), der Geist gibt uns Zugang (V18), wir werden auf dem Fundament gebaut (V20), wir werden zusammengefügt (V21) und wir werden mitaufgebaut (V22). Paulus identifiziert uns hier mit der Gemeinde, der Kirche. Wir sind Mitbürger und Mitglieder einer grossen Familie – der Gemeinde. Gott ist es, der uns zieht. Unsere Identität hat nicht damit zu tun, was wir tun, sondern wer wir sind.

So wird die Gemeinde, die wir sehen, zu mehr als was wir sehen können. Mit dieser Perspektive ist die Gemeinde wesentlich mehr als der einfache Betrieb. Es ist der Ort, wo unser Hunger nach mehr gestillt wird.

Wenn wir die Gemeinde so sehen, dann geht es nicht darum, was wir als Gemeinde alles tun. Viel wichtiger ist das, was wir als Gemeinde sind. Wenn wir die Brille von Paulus anziehen, dann sehen wir, dass die Gemeinde weiter, tiefer und höher ist, als was wir tun.

Kurz gesagt, die Gemeinde ist nicht das, was wir im Gemeindeprogramm zusammenstellen, damit wir etwas für Gott tun können. In Epheser 1,23 lesen wir, dass es seine Fülle ist, die alle in allem erfüllt. Das ist es, wasmit uns und an uns schafft.

Fragen zum Mitnehmen

  • Wie sehr ist für dich die Gemeinde ein Ort des Seins? Wie zeigt sich das?
  • Wie erlebst du das, dass Gott an dir am Arbeiten ist?

Insider-/ Outsider Problem („Ausländerproblem“)

Jetzt wo wir eine bessere Optik für die Gemeinde gewonnen haben, wollen unseren Text nochmals etwas genauer ansehen.

Paulus sagt: Denkt daran wie das Leben war, als ihr noch nicht in der Gemeinde wart. (Eph 2,11).
Paulus hilft unserem Gedächtnis auf die Sprünge: Ausländer, unbeschnitten, fern von Christus, nicht Teil vom Reichtum von Gott, Fremde für den Bund, ohne Hoffnung, ohne Gott.

Wieso ist das für Paulus so wichtig? Paulus war ein Jude, und als solcher hatte er einen beträchtlichen Stammbaum. Angefangen mit Abraham, Mose, Samuel, David, Elija und Elisa, bis hin zu Jesaja und Jeremia. Seine Identität war davon geprägt, dass er als Jude etwas Spezielles war. Das war etwas Gutes, bitte versteht mich nicht falsch. Doch die Juden haben dann eben auch etwas übertrieben, denn von Anfang an, sprach Gott über Abraham aus, dass durch ihn alle Völker der Erde gesegnet werden sollen. Jesaja hatte dann diese inklusive Sicht vom Bund bestätigt, in dem er predigte, dass alle Nationen zum Berg vom Herrn strömen werden (Jesaja 2,2-3), und dass das Haus von Gott ein Bethaus für alle Völker sein soll (Jes 56,7).

Die Vorurteile gegen die Ausländer waren nicht gut. Und deshalb war es für die Juden auch unheimlich schwierig zu akzeptieren, dass nun durch Jesus – einen soliden Juden, der als Messias gekreuzigt wurde, und dann drei Tage danach wieder auferstand – dass durch diesen Jesus nun auch Ausländer in die Familie von Gott aufgenommen werden sollen.

Paulus, mit Original jüdischen Pass, sah sich als „Apostel für die Ausländer“ – eben diejenigen, welche für die Juden Aussenseiter waren. Für ihn war es unheimlich wichtig, dass da kein Unterschied gemacht wird, und dass man die Ausländer nicht belächelte, und er hat dabei keine Ausnahmen gemacht. So lesen wir in Galater 3,28-29 von Paulus:

Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Nachkommen Abrahams und gemäss der Verheissung seine Erben. (Gal 3,28-29)

Die Verheissung, die er hier zitiert, kommt aus Genesis 12,3.

Paulus spricht das «Ausländerproblem» klipp und klar an. Ja, da gibt es einen Konflikt. Und dieser Konflikt schreit nach einem Friedensstifter. Und da kommt Jesus ins Spiel. Doch, bevor wir diesen Friedensstifter genauer anschauen, möchte ich dir noch eine Frage zum Mitnehmen mitgeben:

Fragen zum Mitnehmen

  • Wie erleben wir die Insider/Outsider Problematik in unserer Gemeinde? Wie gehen wir damit um?

Jesus ist unser Friede

Wenn wir die Gemeinde verstehen wollen, dann ist das Wort «Friede» für Paulus ein wichtiges Wort. Paulus fängt damit an, dass Jesus „unser Friede“ ist (Eph 2,14). Dann zeigt er uns auf, dass Jesus „Frieden aufbaut“ (V15) und „Frieden verkündigt“ (V17).
Er bewirkte, dass wir nahegebracht wurden (V13). Er macht aus beiden Gruppen [Juden und Nicht-Juden] eins. (V14). ER bewirkte, dass die Trennwand, das heisst die Feindschaft, zwischen uns abgebrochen wird (V14). Jesus hatte das Gesetz aufgehoben, damit er anstelle von den beiden Gruppen einen neuen Menschen schaffen konnte, (V15), und so werden beide Gruppen zu einem Leib versöhnt (V16). So baute Jesus Frieden. Kurz könnte man sagen, dass Jesus uns nach Hause bringt, zusammenbringt, und alle Feindschaft aufhebt. Er macht uns zu einer neuen Menschheit; Jesus versöhnt uns alle mit Gott.

Das tönt alles gut und recht. Doch es gibt ein Rätsel: Wenn die Gemeinde doch ein Ort vom Frieden ist, wieso sind wir dann nicht Vorreiter, wenn es darum geht, Frieden zu schaffen und Frieden zu leben?

Es gibt drei Probleme, wieso wir als Gemeinde diesen Frieden oft nicht leben.

Erstens, Jesus ist eine Person. Das heisst, dass Friede persönlich ist. Friede, der nicht persönlich ist, ist kein Friede. Es gibt keinen anderen Weg. Frieden kann nur persönlich aufgebaut werden. Es ist keine Strategie, kein politisches Programm, und auch keine Schullektion. Jesus lebt in Beziehungen, nicht als unpersönliche Idee, nicht als ein bürokratisches Konstrukt. Der Friede lebt von dem, dass wir Mitmachen – mitmachen bei Jesus, der unser Friede ist.

Zweitens, Jesus respektiert uns als Personen. Er schwatzt uns nichts auf, was wir nicht wollen. Er zieht uns den Frieden nicht über den Kopf. Er braucht keine Gewalt. Jesus behandelt uns mit Würde. Frieden erreichen wir nicht durch das Erschlagen von Mücken, rebellischen Teenagern oder streitsüchtige Nachbarn, oder dadurch, dass wir Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

Für Frieden ist es wichtig, dass jeder eingeladen ist. Jesus ist daran, uns alle in ein Leben zu führen, wo wir miteinander verbunden sind. Ein Leben mit Tiefe und Liebe. Da ist einiges los. Es braucht jeden von uns, ob uns das passt oder nicht. Das alles braucht Zeit, weil Jesus uns nicht in etwas hineinstösst, das wir nicht wollen oder uns einen Maulkorb verpasst, so dass wir den Frieden nicht zerstören. Frieden ist ein Prozess, und kein Fertigprodukt.

Drittens, Jesus wird unser Friede durch das Kreuz – und das dann auch wieder «das Kreuz» mit dieser Sache. Jesus opfert sich für uns auf. Das Opfer von Jesus ist das, was Jesus zu Jesus macht; das ist es, was Frieden zum Frieden macht; das ist es, was die Gemeinde zu Gemeinde macht.

Die Gemeinde ist der Ort, wo alle drei Aspekte von Frieden zusammenkommen, ohne dass wir einen davon vereinfachen. Der Beweis dafür ist, dass Jesus Christus, das Wort, Mensch wurde.

Die Gemeinde ist kein abstrakter Ort, wo Männer und Frauen einfach ihre Persönlichkeit ablegen und dann nur noch Insider oder Outsider, Freunde und Feinde sind. Wie zeigt sich das? Es zeigt sich in unserem Lobpreis, in der Taufe, wo wir auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft werden. Es zeigt sich im Abendmahl, wo wir den Frieden ziemlich klar als Opfer erleben – der Leib gebrochen und das Blut vergossen. Jesus klärt alles und lädt uns ein – er lädt uns ein in seinen Tod uns seine Auferstehung: Jesus ist unser Friede.

Fragen zum Mitnehmen

  • Wie sieht deine persönliche Beziehung mit Jesus aus?
  • Wie nimmst du an seinem Frieden teil?
  • Erwartest du, dass die «Anderen» sich ändern, oder fängst du bei dir selbst an?
  • Was bedeutet es für dich, ein Opfer zu bringen nach dem Vorbild von Jesus?

[Schluss]

Ich glaube, wir müssen uns nicht schämen, wenn die Gemeinde nicht der bombastische Ort vom Frieden ist. Frieden ist laufend im Tun, vielschichtig und mühsam. Wenn wir es mit dem Frieden ernst meinen – und ich weiss, dass wir das sind – dann lernen wir bald einmal, dass es beim Frieden keine Abkürzungen gibt. Wir akzeptieren die Gemeinde so, wie wir sie zuerst einmal erleben. Jesus stülpt uns den Frieden nicht über den Kopf, nein, er lebt uns den Frieden vor, in dem er sich für uns aufopfert.

Wenn wir die Gemeinde genauer anschauen, dann sehen wir Frauen und Männer in allen Phasen vom Erwachsen-werden: Kriechende Kleinkinder, schreiende Babys, komische und impulsive Teenies, gestresste und müde Eltern, und hie und da heilige Männer und heilige Frauen, die alles im Griff haben. Wir haben alle noch viel zu lernen und wir haben noch viel Erwachsen-werden vor uns. Und wenn wir dann endlich erwachsen sind, dann kommt schon die nächste Generation nach, die noch einmal von vorne beginnen muss. Die Menschheit wird nicht von heute auf Morgen erwachsen. Und deshalb ist Friede auch kein Projekt, dass jemals abgeschlossen wird. Wir bauen immer wieder daran und schauen auf Jesus unseren Frieden.

Wir lernen Gott anzubeten. Wir lernen einander zu akzeptieren und anzunehmen – als Mitglieder einer grossen Familie, und nicht als Gegner. Und so lernen wir, was es heisst, mit Jesus zu leben. Nicht immer einfach – und genau darum braucht es Frieden. Wenn wir unsere Gemeinde anschauen, dann sehen wir da und dort aufgeschürfte Knie oder verstauchte Knöchel – alles Versuche diesen Frieden zu leben.

Doch wir wissen auch, wer die Quelle und das Zentrum unserer Gemeinde ist: Jesus ist unser Friede. Und deshalb hören wir nicht auf.

Das nächste Mal, wenn wir eine Kirche besuchen, schauen wir hoffentlich nicht mehr, als das, was man von Auge sieht. Wiedergeburt und neues Leben ist nicht etwas, das man von Auge sieht. Was für Beziehungen die Menschen mit Christus haben, sieht man von aussen nicht.

Überleitung:

Wir werden jetzt eine Zeit vom Worship haben, und während dem Worship könnt ihr nach vorne komme, und das Abendmahl einnehmen. Ihr könnt einzeln kommen oder auch in Gruppen, und einander dabei ermutigen.

Gebet

Danke, Jesus, dass du dein Leben für uns gegeben hast, damit wir deinen Frieden in unserem Leben und in der Gemeinde erleben dürfen. Ja, wir sind noch am Lernen, und fallen immer wieder um – aufgeschürfte Knie und manchmal gar verstauchte Knöchel – aber wir geben nicht auf – stehen auf und lernen davon.

Danke für deine grosse Gnade, die uns am Kreuz begegnet, wo du dein Blut für uns vergossen hast, damit wir in deine grosse Familie aufgenommen werden. Wir sehnen uns danach, deinen Frieden noch mehr zu erleben.

Danke für die Freiheit, die du uns schenkst. Danke, dass du durch deinen Tod und die Auferstehung uns neues Leben schenkst.

Amen.

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