Im Gebet Gott antworten
Serie: Ein brennendes Herz für Gott | Bibeltext: 1. Thessalonicher 5,16-18
Wir gehen in dieser Predigtserie «ein brennendes Herz für Gott», und da gehen wir zurück zu den Reformatoren und sehen, wie sie das Gebet verstanden. Bis jetzt haben wir das Lesen der Schrift angeschaut, dann die Meditation und heute kommen wir zum Gebet. Schriftlesung, Meditation und Gebet gehören zusammen, stärkt sich gegenseitig… und hängt alles mit unserer Beziehung mit Gott zusammen.
Es fängt an mit dem Hören auf Gott, dem Lesen vom Wort Gottes. Jesus ist dieses Wort Gottes, und er selbst sagt, «Meine Schafe hören auf meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh 10,27).
Dann kommt die Meditation, was so viel bedeutet wie, unseren Glauben nähren und fördern. Ein anderes Deutsches Wort für Meditation ist Nachsinnen oder Etwas-bewegen. Es geht beim Lesen der Schrift nicht nur um nackte Information, sondern darum, dass wir verändert werden und dass wir geistlich wach werden. Wenn wir über das Wort nachsinnen, dann rutscht das Wort vom Kopf ins Herz und wir werden von innen her verändert.
Heute kommen wir zum dritten Aspekt vom Triangel, nämlich dem Gebet, und das Gebet ist der Kern von unserem Glauben, doch es ist alles verbunden mit dem Lesen vom Wort und dem Nachsinnen darüber. Alle drei gehören zusammen. Nimmt man eines aus dem Triangel, dann fällt unsere Beziehung mit Gott zusammen.
Bedeutung vom Gebet
Gäll, das Gebet ist so sehr Teil vom Christ-sein, dass wir manchmal vergessen darüber zu sprechen. Manchmal wird es mit dem Atem verglichen. Wenn du einem Ausserirdischen erklären würdest, was es bedeutet Mensch zu sein, an welcher Stelle käme das Atmen? Das Gebet ist so sehr Teil vom Christ-sein, dass wir manchmal vergessen darüber zu reden. Doch Tatsache ist, das Gebet ist der Kern vom Christsein. Wenn wir im Glauben weiterkommen möchten, dann kommen wir nicht ums Gebet. Das Gebet ist die Seele vom Leben als Christ. Das Gebet bringt den Glauben zum Leben und ist ein Geschenk von Gott an uns Menschen. Wenn man zusammenfassen will, was das Gebet ist, dann könnte man sagen, «Gebet ist das Atmen der Seele.» Wenn wir dann der Seele das Gebet oder eben das Atmen wegnehmen, dann nehmen wir der Seele das Leben weg. Wenn wir einem Menschen das Atmen abstellen, dann stirbt er. Genauso ist es mit dem Beten eines Christen. Hast du dir das schon mal überlegt? So wichtig ist das Gebet, und gleichzeitig so natürlich. So wie für uns Menschen das Atmen, so natürlich ist es, dass wir beten.
Aber, was ist denn so wichtig am Gebet? Da gäbe es viel zu sagen, aber ich möchte es heute einfach halten und werde mich deshalb auf zwei Punkte beschränken.
Erstens, Gebet ist zentral, weil wir damit Gott loben und ihm Danke sagen, und das ist ziemlich Basic für unseren Glauben. David in den Psalmen macht es uns vor:
Ich will den HERRN preisen allezeit, immer soll sein Lob in meinem Munde sein. (Ps 34,2)
Loben und Danken sind zentral für den Glauben, und gehört alles zusammen, wie in 1. Thess 5,16-18 beschrieben
Freut euch allezeit, betet ohne Unterlass, in allem sagt Dank; das ist der Wille Gottes, in Christus Jesus, für euch. (1. Thess 5,16-18)
Wenn wir fragen, warum soll ein Christ beten, dann wäre eine einfache Antwort, weil Gott möchte, dass wir ihm Danke sagen. Gott hat uns in seinem Ebenbild geschaffen, wir leben in seiner Schöpfung, und er segnet uns jeden Tag unglaublich – nicht irgendwie durch Zufall, sondern durch seine Gnade, Römer 11,36: «Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist alles.» Wenn wir so genial gesegnet werden, dann können wir nicht anders, als ihm Danke sagen. Vor einem Jahr war ich fast am Verzweifeln, weil wir mit unserem Sohn auf Lehrstellensuche waren. Zwei Jahre lang nichts. Kein Zeichen von einer Lehrstelle, keine Spur von einem Signal am Himmel. Ich hatte aufgegeben. Sehr frustrierend. Dann kam 5 Sekunden vor 12 die Zusage für eine Lehrstelle. Katja und ich konnten nicht anders als auf unsere Knie gehen, und Gott Danke sagen. Ehrlich gesagt, konnte ich es nicht glauben, bis ich die Unterschrift unter dem Vertrag gesehen habe. Musste mir da jemand sagen, «Stefan, vergiss nicht Gott danke zu sagen?» Nein, das kam so natürlich wie der Seufzer vorher.
Das ist der erste Aspekt, «Gott danke sagen». Der zweite Aspekt, warum wir beten, ist, weil Gott versprochen hat, unsere Gebete zu beantworten. Unser Gemeinde Motto «Mehr Himmel auf Erden» geschieht nicht einfach so. Der Schlüssel, um den Himmel auf die Erde zu erleben, ist das Gebet. Calvin hat es mal so gesagt «Durch’s Gebet holen wir den Reichtum, den der unser Vater für uns im Himmel aufgespart hat, zu uns auf die Erde.»
Wir bitten Gott um seinen Segen, und wenn wir seinen Segen erleben, dann kommt das Gebet ganz natürlich. Jesus spricht immer wieder davon, z.B. Johannes 15,16, «…der Vater gibt, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.“ Oder Gleichnis der hartnäckigen Witwe in Lukas 18,1-8, oder man könnte das auch aus dem Vaterunser ableiten, «dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden», Matthäus 6,9-13. Doch das ist kein Automatismus, sondern das ist ein Gebet, und das Gebet ist an Gott gerichtet, und er ist der Geber.
Kurz nach dem Vater-unser spricht Jesus davon, dass wir wie Kinder den Vater bitten, uns gute Gaben zu geben… und dann heisst es, dass der Vater im Himmel, denen die ihn bitten, Gutes gibt (Matt 7,11). Es geht da um eine Beziehung mit Gott, und das ist kein Mechanismus. Ich drücke einen Knopf und dann fliesst der Segen. Nein, es geht darum, dass Gott mit uns im Gespräch sein möchte. Und da merken wir auch gleich, es geht nicht nur ums Gebet als Worte, nein, es geht ums Leben im Gebet. Wie wenn Kinder ihre Eltern um etwas bitten, dann hören die Eltern nicht nur auf die Worte, sondern auch auf ihre Haltung zum Leben.
Also, es gibt also einen Zusammenhang zwischen dem Segen Gottes und Gebet, aber eben kein Automatismus, sondern es geht um die Beziehung.
Was ist Gebet?
Das ist also, wie das Gebet im Leben eines Christen funktioniert, und wieso es so wichtig ist. Doch jetzt kommen wir zur nächsten Frage: Was genau ist das Gebet? Grundsätzlich können wir sagen, das Gebet ist ein Reden mit Gott. Es ist aber nicht nur ein Plaudern mit Gott, sondern es ist ein zielgerichtetes Gespräch mit Gott. Gott ist ein persönlicher Gott und ist an einer Beziehung mit uns interessiert, und deshalb ist das Gespräch mit ihm so natürlich wie es auch nötig ist.
Immer wieder finden wir in der Bibel, dass Menschen im Glauben Gott hören und mit ihm reden. In den Psalmen lesen wir davon: «Gott, hilf mir durch deinen Namen, und schaffe mir Recht durch deine Macht“ (Ps 54,3). Und dann die Antwort: «Am Tag, da ich rief, erhörtest du mich, du gabst meiner Seele Kraft“ (Ps 138,3). Wenn man dann genau hinschaut, dann merken wir, das Leben eines Christen beginnt mit dem Hören vom Wort Gottes und der Antwort darauf. So finden wir es z.B. in der Apostelgeschichte, wo Petrus in Jerusalem predigt, und dann heisst es:
Als sie dies hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie fragten Petrus und die übrigen Apostel: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus sagte zu ihnen: Kehrt um, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi. (Apg 2,37-38a)
Gott spricht zu uns durch sein Wort, und wir antworten darauf mit Gebet. Ein Bild, das da passt, ist, dass Gott uns in der Bibel einen Brief gesandt hat, und im Gebet senden wir ihm unseren Brief zurück. Wieder ein Dialog mit unserem lebendigen, persönlichen und dreieinigen Gott.
Die ersten Freikirchler kannten zwei Gebete. Zuerst einmal das fokussierte Gebet z.B. in der Stillen Zeit, und dann die spontanen Gebete durch den Tag. Diese spontanen Gebete, laut oder still, waren für sie wichtig, weil damit zum Ausdruck kam, dass das Gebet unser ganzes Leben durchdringt. Wie wir es im 1. Thessalonicher 5,17 finden «Betet ohne Unterlass.» Wenn sie ein Geschäft abschlossen, dann beteten sie einfach kurz, «Herr segne diese Sache.» Oder wenn sie Gefahr spürten, dann beteten sie um Gottes Hilfe. Das fokussierte undspontane Gebet gehörte für sie zusammen wie das Salz zum Fleisch (oder für Vegetarier zum Gemüse).
Das war bis jetzt alles ziemlich Basic, und da wollen wir noch ein bisschen tiefer gehen.
Wie gehen wir ins Gebet?
Ich habe am Anfang ein Reformator zitiert, der sagte, Beten ist für einen Christen, wie Atmen. Da möchte ich nochmals genauer hinschauen, denn Atmen merken wir ja gar nicht. Und da waren für die Reformatoren drei Punkte wichtig gewesen: Gebet muss aufmerksam sein, innig und an die Schrift gebunden.
Gebet als aufmerksames Gespräch mit Gott
Wenn wir mit Gott ein Gespräch führen, dann ist das ein bewusstes Gespräch, d.h. wir wählen unsere Worte bewusst, und wenn jemand Drittes zuhören würde, dann machen die Worte Sinn und sind in sich schlüssig. Wie wenn ich mit einem Freunden zusammensitze, dann haben wir ein Gespräch, wo der andere versteht, um was es geht. Ich meine ein Gespräch, wo man sich nicht versteht, ist ja kein Gespräch. Calvin bestand z.B. darauf, dass ein Gebet ohne Verstand Gott nicht gefallen kann. Er zitierte dabei 1. Kor 14,15: «Ich will im Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten.“
Um was geht es da? Die Reformatoren hatten Mühe mit den Mystikern. Was war ihr Problem mit den Mystikern? Ich war vor ein paar Wochen an der Pastorenretraite in Kappel am Albis, und da gab es im Kloster Kappel Mönche, die haben sich ein Leben lang zurückgezogen, um in der Stille mit Gott zu leben. Sie haben ihr Leben so organisiert, dass sie nichts mit anderen Menschen zu tun hatten. Ihnen wurde sogar das Essen gebracht. Jetzt womit hatten die Reformatoren Probleme?
Sie hatten Mühe damit, dass die Mystiker eine geistliche Entwicklung anstrebten, so dass sie am Schluss ihrer Entwicklung fürs Gebet gar keine Worte mehr brauchten. Die Mystiker begannen auch mit dem Lesen der Schrift, gingen dann in die Meditation und gingen dann ins Gebet. Ihr Ziel war sich geistlich so zu entwickeln, dass das gesprochene Wort weniger wichtig wurde. Man könnte sagen, sie wollten so sehr mit Gott eins-sein, dass sie sich selbst vergessen. So sehr mit Gott eins werden, damit sie sich selbst komplett aufgeben können.
Die Reformatoren hatten Mühe, dass man dabei durch verschiedene Stadien musste bis man dann die Stufe vom «Meister» erreicht. Einer der ersten Mystiker sagte es so, dass man bei der Mystik so durch die Sprache und den Verstand geht, dass man am Schluss bis zum Rande geht und dann sogar übers Kliff geht, hinein in die «Dunkelheit vom Nichtwissen». Das bedeutet jetzt nicht, dass man dann ahnungslos ist, sondern ein Denken erreicht, dass allen Verstand übersteigt. Man könnte dem «bewusste Ahnungslosigkeit» sagen.
Es war ihnen wichtig, dass man nicht einfach Mantra artig etwas sagt, weil man irgendwie in die Einheit mit Gott aufsteigen möchte. Es war ihnen wichtig, dass man bewusst betet und auch versteht, was man betet, und danach nicht meint, «Jetzt bin ich auf dem Meister-Level, und da muss ich mich nicht mehr mit den Sorgen und Nöten vom Fussvolk auseinandersetzen. Die wissen sowieso nicht, von was sie sprechen.» Versteht ihr, was ihre Sorge war.
Jetzt ich glaube nicht, dass man deswegen gleich jegliche Meditation verschreien soll, sondern es geht darum mit Bodenhaftung zu beten – wir sollen auf dem Boden der Realität bleiben. Von den irischen Mönchen habe ich gelernt, dass ihnen die Stille wichtig war, aber auch das Gespräch und Gebet mit Menschen, die nicht so lebten wie sie.
Wir sind jetzt aber beim Gebet, und da ist es wichtig, dass wir verstehen, was wir beten und die Worte auch bewusst wählen. Dabei geht es nicht darum, einfach bestimmte schön formulierte Gebete zu beten, sondern es geht um ein Gespräch mit Gott.
Ich habe es mit Kindern und Jugendlichen immer wieder erlebt, dass sie meinen, sie müssen so schön formulierte Gebete wie die Erwachsenen sprechen können, bevor sie beten. Absoluter Humbug! Jeder kann beten, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Und es gibt nicht richtiges und falsches Gebet, wenn es in der richtigen Haltung gesprochen wird.
Gebet ist kein Leistungssport, wo man besteht oder nicht, oder sogar eine Note bekommt. Gebet fliesst aus dem Herz, wo eine Sehnsucht nach einer Beziehung mit Gott hat, und das bringt mich zum nächsten Punkt.
Gebet ist ein inniges Gespräch mit Gott
Das Gebet ist nicht nur ein aufmerksames Gespräch, es ist auch ein Gespräch, dass von Herzen kommt. Es genügt nicht, mit Gott einfach nur mit sorgfältig vorbereiteten Worten zu reden. Die Worte sollen dem entsprechen, was von da drinnen (aus dem Herz) kommt. Diese Warnung finden wir ja auch in der Bibel, z.B. Jesaja 29,13: Sie ehren mit ihren Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. (Vereinfacht). Im Gebet geht «mehr Schein als Sein» eben genau nicht. Das Gebet kommt aus dem Herzen und da kommen die Worte manchmal auch ungeschliffen, und das ist okay und gehört dazu.
Die Reformatoren haben in den Klöstern vom Mittelalter gesehen, dass das Gebet schnell in eine mechanische Laier fallen kann, wo das Herz fehlt. Und das war ihnen dann wichtig. Deshalb war Matthäus 6,7 für sie wichtig, weil dort sagt Jesus: «Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; sie meinen nämlich, sie werden ihrer vielen Worte wegen erhört» (Matt 6,7). In der Praxis bedeutet das aber auch, dass Gebet kurz sein soll. Es geht nicht um viele Worte, sondern Gott möchte unser Herz hören, und er ist an einer Beziehung interessiert. Calvin z.B. war es wichtiger, dass wir von Herzen beten, als mit schön formulierten Worten. Alles, was mehr Schein als Sein war, wurde von den Reformatoren, wie z.B. Calvin gescheut.
Nun wenn wir genau hinschauen, die Reformatoren haben hier gegen Exzesse reagiert, wo das Fussvolk z.B. Gebete auf lateinisch rezitieren musste, ohne zu verstehen, um was es ging. Es ist nicht so, dass aufgeschriebene Gebete falsch sind, aber es geht darum, dass es von Herzen kommt.
Und da kommen wir auch zum Thema, dass wir im Geist beten. Es ist der Heilige Geist, der uns im Gebet anleitet. Paulus ermutigt uns in Epheser 6,18, «Betet allezeit im Geist!» Und das fasst gut zusammen, dass, wenn wir beten, es ein Geschenk der Gnade ist – Ja, Paulus erinnert uns im Epheser 6 daran, dass wir auf Gott angewiesen sind – dass er uns im Gebet allezeit anleitet.
Gebet ist ein Gespräch, dass eng mit der Schrift verbunden
Der dritte Punkt, was ein Gebet auszeichnet, ist, dass es eng mit der Schrift verbunden ist. Wenn wir zu Gott beten, dann werden wir uns bewusst, dass es das Wort Gottes ist, dass uns an den Punkt bringt, dass wir überhaupt mit ihm sprechen möchten und können. Wir waren zuerst einmal tot durch unsere Verfehlungen und Sünden und gar nicht in der Lage mit unserem Schöpfer eine Beziehung aufzubauen. Bis «Gott aber, der reich ist an Erbarmen, … uns in seiner grossen Liebe, … mit Christus zusammen lebendig gemacht“ (Eph 2,1+4-5). Gottes überreiche Gnade ist es, was uns zuerst einmal ermöglicht zu beten. Wir können Schritte und Methoden erarbeiten, bis uns die Ohren wackeln – aber wenn wir dieses Geschenk nicht verstanden haben, dann bringt alles nichts. Gott ist es, der uns durch Christus rettet und uns ein neues Leben schenkt, und darum können wir, ja wollen wir beten. Jede Gebetsübung, die das auslässt, hat nicht verstanden, um was es beim Gebet geht.
Wenn jemand in ein christliches Gebet geht, und das nicht verstanden hat, für den ist das alles wunderschön und eine fantastische Kunst – ja man kann dabei sogar vergessen, dass wir Gebete mit kantigen Worten formulieren – aber am Schluss geht es darum, dass ein Mensch verstanden hat, „hey, da ist ein Gott, der das ganze Universum geschaffen hat, und der möchte mit mir Menschen, der immer wieder Fehler macht, eine Beziehung. Und deshalb war den Reformatoren wichtig, dass das Gebet auf der Grundlage der Bibel geschieht, und alles andere können wir sein lassen.
Die Reformatoren haben gegen Übertreibungen gekämpft und hie und da auch mal das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Doch es ging ihnen nicht darum, nur zu kritisieren und auseinander-zunehmen. Ihnen war wichtig, dass das Gebt auf der Bibel basiert. Da ist ein Gott, der uns in Jesus begegnet und der möchte mit uns eine Beziehung. Und wenn wir z.B. das Vaterunser beten, dann ist das eine Vorlage und keine Vorschrift. Es geht nicht darum auswendig zu lernen, sondern lernen, wie wir beten sollen. Wenn wir beten, dann dürfen wir die Worte der Bibel brauchen, um ihm unsere Worte, geformt und gestaltet durch seine, zurückzugeben.
Den Reformations-Triangel zusammensetzen
Jetzt können wir den Triangel zusammensetzen: Bibellesen, Meditation und Gebet fliessen alle ineinander hinein, und zwar in der Logik wie auch im Aufbau. Im Kern geht es um eine Beziehung mit Gott. Das Lesen der Schrift führt zur Meditation und die Mediation führt zum Gebet. Es geht hier nicht um separate Übungen, die unabhängig voneinander sind, nein, sie gehören zusammen. Gott spricht zu uns durch sein Wort, dann sinnieren wir darüber nach, was das für uns bedeutet, und dann antworten wir ihm im Gebet.
