Auserwählte Fremdlinge
Serie: 1. Petrus - Taugenichtse | Bibeltext: 1. Petrus, 1,1-5
Einleitung: Verloren aber nicht verlassen (V1-2)
Petrus schrieb seinen ersten Brief an Christen, die höchstwahrscheinlich aus ihren Häusern vertrieben und in ein fremdes Land weit entfernt von allem Vertrauten gesiedelt worden waren. Doch wir alle erleben in unserem Leben manchmal ähnliche Situationen, und können deshalb vom 1. Petrus lernen. Die Empfänger des Briefes finden sich in einer Welt wieder, die ihren Gauben nicht verstand, was oft zu Druck und Verfolgung führte.
Und in diese Situation hinein schreibt Petrus ihnen von der unfassbaren Liebe Gottes, die ihnen geschenkt wird, damit sie in dieser schwierigen Situation ermutigt werden.
Die Botschaft von Petrus ist diese: Auch wenn wir vertrieben werden und flüchten müssen, Gott vergisst uns niemals. Und darum können wir unserem Glauben treu bleiben, auch wenn in unserem Leben alles drunter und drüber geht.
Vers 1: Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Auserwählten, die als Fremdlinge in der Diaspora leben, in Pontus, Galatien, Kappadokien, in der Provinz Asia und in Bithynien (V1)
1. Die Identität der Fremdlinge
Petrus nennt die Leser seines Briefs «Auserwählte» und «Fremdlinge». In den beiden Wörtern ist eine Spannung drin, aber es hat auch eine Ermutigung drin. «Auserwählte» erinnert uns an Gottes souveräne Liebe: Als «Fremdlinge» sind wir noch nicht dort sind, wo wir hingehören.
An wen adressiert Petrus seinen ersten Brief? An die auserwählten Fremdlinge welche in verschiedene römische Städte der Provinz Asia, heutige Türkei verbannt wurden: Pontus, Galatien, Kappadokien, in der Provinz Asia und in Bithynien. Wer waren diese Menschen, und wieso wurden sie Fremdlinge genannt? Es ist schwierig genaues zu sagen, doch vom Brief können wir ableiten, dass es Christen waren, die gezwungen wurden, Rom zu verlassen und sie wurden in römischen Provinzen umgesiedelt. Daraus könnte man nun ableiten, dass sie freiwillig umsiedelten, mit der Aussicht auf ein besseres Leben. Doch das ist ziemlich unwahrscheinlich. Ich glaube, sie waren für Rom eine Bedrohung, und deshalb wurden gezwungen Rom zu verlassen, weil sie Ausländer oder eben Fremdlinge waren, die als Bedrohung wahrgenommen wurden.
Die Städte, die in Vers 1 erwähnt werden, wurden vom Imperator Claudius (41-54 v.Chr.) gegründet. Und wir wissen, dass Claudius sich sehr für die traditionelle Religion der Römer eingesetzt hatte, und er vertrieb deshalb die Juden rund 40 n.Chr. aus Rom, siehe Apg 18,2. Der römische Historiker Sueton schrieb im frühen 2. Jh. n.Chr. und verbindet die Vertreibung der Juden aus Rom mit einem bestimmten „Chrestus“, wahrscheinlich meinte er Christus. In den Anfängen war die Unterscheidung zwischen Christen und Juden nicht ganz so einfach.
Also gut möglich, dass Christen wegen ihres Glaubens aus Rom vertrieben wurden. Dazu kommt, dass viele von ihnen, obwohl sie schon seit Generationen in Rom gelebt hatten, keine römischen Bürger waren. Wenn sie nun deportiert werden, dann mussten sie alles zurücklassen, was für sie ihr vertrautes Umfeld war. Wenn sie sich nun in Kleinasien ansiedeln mussten, dann wurden sie von den Einheimischen als Aussenseiter behandelt. Wenn diese Rekonstruktion richtig ist, dann waren die Leser vom Brief tatsächlich Fremde ohne Heimatland.
Was das Ganze noch schlimmer machte, war, dass sie am neuen Ort in Kleinasien auch religiös, politisch und sozial nicht frei waren. Es wurde wahrscheinlich Druck auf sie ausgeübt, die örtlichen Gepflogenheiten und den örtlichen Glauben anzunehmen. Zum Beispiel, wenn sie den Götzen Zeremonien fernblieben, dann wurden sich unpatriotische Taugenichtse genannt. Im alten Rom waren Religion und Gesellschaft eng miteinander verbunden – wir kennen das heute in Europa nicht mehr. Wie konnten Christen also an diesen neuen Orten glaubwürdig leben? Sie wurden schlechtgemacht, verleumdet (3,16) und verwünscht (4,4) , weil ihr Lebensstil nicht mit der damaligen römischen Kultur kompatibel war. Das Wort “Christ” war damals ein Schimpfwort (4,14+16). Petrus schreibt seinen Brief in einem für Christen unfreundlichen Umfeld, und er macht den Lesern klar, dass sie als Christen darauf achten sollen, dass sie der Anklage «Taugenichtse» keine Nahrung geben sollen. Christen sollen vorbildliche Bürger sein, Leuchttürme der Geduld, und unerschütterlich in ihrer Liebe (2,15; 3,9,13,16).
Fremdlinge in der Bibel
Das Thema «Fremdlinge zu sein» war fürs Volk Israel nichts Neues. Zuerst wurden sie aus dem Paradies geworfen, und ein Fluch kam auf sie. Dann als sie im verheissenen Land angekommen waren, wurden sich in die Verbannung geführt, wo sie unter Königen lebten, denen Gott egal war. Wieder erleben sie einen Fluch und waren in Babylon auch Fremdlinge – total am Boden. Doch Jesaja prophezeit ihnen dann eine Zukunft, wo sie das Exil über winden werden und im Segen Gottes leben werden – Jesaja 40-66. Als sie zurückkehren, gab es nach Maleachi eine Pause von 400 Jahren. Gott schwieg und es war Sendepause, eine Zeit der Unsicherheit. War die Prophetie von Jesaja falsch?
Dann kommt der Stammbaum von Jesus (Matt 1,1-17) und wir erkennen, wie Gott in die Dunkelheit der Welt kam und Jesus auf den Thron Davids gesetzt wurde, um die Menschen zu retten. Und wie brachte Jesus die Rettung? Der Messias soll doch ein König sein, der das römische Reich erobert. Doch Jesus starb an einem römischen Kreuz! War Jesus kein siegreicher König? Ja, er war es! Aber nicht so, wie die Juden es erwarteten. Anstatt die Römer zu besiegen, hatte Jesus das grössere Übel, die Sünde und das Reich der Dunkelheit, besiegt. Was Jesus am Kreuz vollbrachte, hat für Rom allerhand für Auswirkungen, doch Jesus hat Rom nur indirekt gestürzt. Er stürzte zuerst einmal den Teufel, Sünde und sogar den Tod (1. Joh 3,8). Jesus packte das Problem also bei den Wurzeln.
Und jetzt, obwohl Jesus hat das Problem der Sünde gelöst, erleben die ersten Christen trotzdem wieder, dass sie zu Fremdlingen werden. Das ist die immerwährende Spannung zwischen Jetzt und Doch-noch-nicht. Der Fluch vom Exil wurde vom Volk Gottes aufgehoben, wegen Jesus dem Messias, und doch erleben wir immer noch Schwierigkeiten und Elend.
Hinter dem Thema «auserwählte Fremdlinge» steckt mehr, als das man meint. Petrus zeigt den Lesern auf, was ihr da erlebt, ist das, was das Volk Gottes schon im Alten Testament erlebt hatte. Die Kirche im Neuen Testament – bestehend aus Juden und Nicht-Juden – ist in diesem Sinne Erbe vom Alten Testament. Und mit dem können wir uns auch heute noch identifizieren. Auch heute noch erleben wir diese Spannung. Petrus sagt uns hier, machte es euch in dieser Welt nicht zu gemütlich, denn diese Welt ist nicht unser wirkliches Zuhause.
Anwendung
Wenn wir uns auf dieser Welt wie Fremde vorkommen, weil es nicht so läuft, wie wir uns das wünschen – wegen was auch immer… Änderung meiner Lebenssituation, tragischer Tod oder Unfall, oder was es auch immer ist.
Petrus sagt uns: Erinnert euch daran, dass Gott euch auserwählt hatte, bevor die Welt begann. Du gehörst zu einem Reich, wo nicht vergehen wird.
Und wie ist das möglich, dass wir zu diesem Reich gehören? Lesen wir mal Vers 2:
– nach der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung durch den Geist, die zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi führt: Gnade sei mit euch und Friede in Fülle. (V2)
2. Die Dreieinigkeit Gottes bewirkt unsere Rettung (V2)
Es gibt keine kostbarere Liebe, kein grösserer Trost als die Gewissheit, dass Gott uns in Christus schon vor Grundlegung der Welt erwählt hat – ja, auch dann, wenn die Welt findet, das mit diesem Glauben bringt doch nichts!? Wir sind vielleicht Fremdlinge, aber wir sind auserwählte Fremde.
Gott kennt unsere Situation und er kennt uns. Das bedeutet jetzt nicht, dass er zum Voraus schon alles gewusst hat, und wir nur noch nach Programm funktionieren. Es bedeutet, dass er uns schon von je her geliebt hatte (1,20). Und diese tiefe und persönliche Vorsehung sollte uns mehr Vertrauen in Gottvater schenken – für ihn gibt es keine Überraschung.
Dann wird in Vers 2 auch noch der Heilige Geist erwähnt, der zusammen mit Gottes Sohn auf unsere Rettung hinarbeitet. Die «Heiligung durch den Geist» meint ziemlich wahrscheinlich den Schritt vom Separiert-werden von der Welt, womit das Reich Gottes geschaffen wurde. Was Jesus am Kreuz für die Welt vollbracht hat, wird bei uns persönlich: Wenn wir im Glauben Jesus vertrauen, dann deckt sein Blut unsere Sünde zu, und wir werden Teil von Gottes Volk.
Das Bild der Besprengung im Vers 2 kommt aus Exodus 24,3-8. Volk liest dort das Gesetz und verspricht es einzuhalten, und dann besprinkelt Mose sie mit dem Blut von Opfertieren, um dieses Versprechen zu versiegeln. Petrus nimmt hier dieses Bild und wendet es auf die NT-Gemeinde an. Im Alten Testament wurde das Volk Israel trotz diesem Ritual immer wieder ungehorsam und brache den Bund. Doch durchs Blut von Jesus wird im Neuen Testament der Heilige Geist auf uns ausgegossen.
Ezekiel 36,24-26: Und ich werde euch aus den Nationen holen und aus allen Ländern sammeln und euch auf euren Boden bringen. 25 Und ich werde euch mit reinem Wasser besprengen, und ihr werdet rein werden; von all euren Unreinheiten und von all euren Mistgötzen werde ich euch rein machen. 26 Und ich werde euch ein neues Herz geben, und in euer Inneres lege ich einen neuen Geist. Und ich entferne das steinerne Herz aus eurem Leib und gebe euch ein Herz aus Fleisch. (Ezek 36,24-26)
Diese beiden Bilder, die Besprengung und das Sammeln aus allen Nationen ist das, was Petrus da anspricht. Seit Pfingsten ist der Heilige Geist auf alle Menschen, die ihm nachfolgen ausgegossen, und so können wir in Christus nun so leben, wie es Gott gefällt, d.h. in Heiligkeit wachsen. So leben wie es Gott gefällt geschieht nicht durch Willenskraft, sondern durchs Leben im Heiligen Geist.
Und dazu braucht es die ganze Dreieinigkeit von Gott. In Vers 2 ist Gottvater, Sohn Jesus und der Heilige Geist am Werk. Alle drei arbeiten zusammen, um uns zu retten. Es braucht die Vorsehung Gottes, es braucht die Heiligung durch den Heiligen Geist, und das Besprinkeln durch das reinigende Blut Jesu. Gell, die Dreieinigkeit ist keine menschliche Erfindung, sondern eine Wahrheit der Bibel, die ganz praktische Auswirkungen hat.
Anwendung
Petrus verwurzelt unsere Hoffnung im dreieinigen Gott: Gottvater sieht alles kommen, der Heilige Geist heiligt uns, und Jesus, Gottes Sohn, erlöst uns.
Unsere Rettung ist also kein zerbrechliches Gebilde, sondern solide verankert im Teamwork von Gottvater, seinem Sohn und dem Heiligen Geist.
Manchmal meinen wir, wir müssen uns an Gott festhalten, dabei ist es Gott, der an uns festhält.
Gott ruft uns auch heute noch, und wenn wir diesem Ruf folgen, dann ist es absolutes Teamwork. Im Reich Gottes gibt es keine Einzelkämpfer.
Heute noch, wenn Menschen gerettet werden sollen, wie wir es gerade beim Alphalive erleben, dann geht das nur mit Teamwork. Gott macht es uns in der Dreieinigkeit vor.
Vers 3: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns in seiner grossen Barmherzigkeit neu geboren hat (V3a)
Der Segen einer lebendigen Hoffnung (V3-5)
Petrus reflektiert da den Segen von der Erlösung, und er macht das mit Lobpreis. Der Segen gerettet zu werden ist unbegreiflich gross. In Vers 3-5 gibt es einiges, was uns da anspringt. Zuerst einmal lobt Petrus Gott, dass wir wiedergeboren werden zu einer lebendigen Hoffnung. Wiedergeboren ist ein Wort, man nicht mehr so oft hört, doch es gehört zu unserem Glauben. Jesus sagt in Johannes 3,3, dass es das braucht, um ins Reich Gottes zu kommen. Es braucht die Wiedergeburt, weil wir alle in die Sünde hineingeboren werden und deshalb von Natur aus schuldig sind. Der Auslöser für diese Wiedergeburt ist, wie wir es in Vers 1-2 gesehen haben, Gottes eigener Wille und sein Handeln: Gott hat uns wiedergeboren in eine lebendige Hoffnung. Das ist ein Geschenk, das nur durch Gnade möglich wird. Niemand kann sich selbst auf die Schultern klopfen, und sagen, «Diese Wiedergeburt, ist mir aber gut gelungen.» Jesus hat uns mit seinem Blut besprinkelt und der Heilige Geist hat uns geheiligt. Wie wir im Ezekiel 36 gelesen haben, bekommen wir dadurch ein neues Herz: Etwas tief in unserem Herz wird durch Gottes Wirken verändert, und das ist grösser als alles, was man vorher je gesehen hatte (siehe Hebräer 10,19-22). Somit leben wir durch die Wiedergeburt jetzt schon im Reich Gottes. Vers 3b
…so dass wir nun durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung (haben) (V3b)
Petrus ergänzt jetzt, dass wir durch die Auferstehung von Jesus in eine «lebendige Hoffnung» hineinkommen. Und diese Hoffnung ist verbunden mit unserem lebendigen Retter, weil, Jesus ist von den Toten auferstanden, und wurde so erhöht, damit wir gerettet werden. Unsere Hoffnung ist lebendig, im Sinne von, sie ist nicht sinnlos und auch keine Täuschung. Unsere Hoffnung ist echt und real, weil die Auferstehung von Jesus kein Witz ist, und so ist uns diese Hoffnung für immer zugesprochen – d.h. man kann sie uns nicht wegnehmen. Und diese lebendige Hoffnung führt uns im Hier und Jetzt zu einer Fülle. Obwohl wir unsere Auferstehung noch nicht erlebt haben, bekommen wir die Auswirkungen davon so quasi als Vorschuss. (siehe Eph 2,6).
Zieh dir das rein (zieh der das ie): Wir bekommen die glorreiche Rettung geschenkt, und das, wie Römer 5,8 uns sagt, obwohl wir seine Feinde waren (Röm 5,8) und das die grosse Barmherzigkeit in Vers 3. Wir fangen bei Gott nicht damit an, dass wir schon immer seine Freunde waren, und wir fangen auch nicht in einer neutralen Haltung an. Die Bibel sagt uns klar, dass wir als Menschen, wegen der Sünde, zuerst einmal Gottes Feinde sind. Obwohl wir eigentlich zuerst einmal bei Gott in den roten Zahlen sind, hat Gott mit uns Erbarmen. Er vergibt nicht nur die Sünden derer, die Christus vertrauen, sondern beschenkt uns mit einem überreichen Segen. Also da in diesen Versen im 1. Petrus, kommt uns Gottes mega Liebe entgegen.
…und Aussicht auf ein unzerstörbares, unbeflecktes und unverderbliches Erbe haben, das im Himmel aufbewahrt ist für euch. (V4)
Im Vers 4 erkennen wir dann das Ziel dieser Hoffnung: Eine «Aussicht auf ein unzerstörbares, unbeflecktes und unverderbliches Erbe“ für all diejenigen, die wiedergeboren sind. Und dieses Erbe in Ewigkeit hat unsere lebendige Hoffnung im Auge. Im Alten Testament bekam Israel als Gottes erstgeborener Sohn das Land und seine Fülle zusammen mit der Fülle vom Segen (Ex 4,22, Deut 4,21). Doch wir wissen auch, dass das Erbe vom verheissenen Land nicht der endgültige Segen war, es war zuerst einmal eine Anzahlung. Im Neuen Testament spricht uns Jesus in der Bergpredigt dann zu, dass die Sanftmütigen das Erdreich besitzen werden (Matt 5,5), und Paulus schreibt, dass Abraham die ganze Welt als Erbe verheissen wurde (Röm 4,13). Ein anderes Wort für dieser Segen (vom Bund) ist „ewiges Leben“ (Matt 19,29). Wenn wir in die grosse Familie Gottes hineingeboren werden, dann werden wir Erben von diesem Versprechen.
Petrus spricht einem „unzerstörbares, unbeflecktes und unverderbliches Erbe“, und Jesus rät uns da, dass wir unsere Schätze im Himmel sammeln sollen, denn dort ist er sicher (Matt 6,20). Im Kontrast zu den weltlichen Schätzen, kann unser ewiges Erbe nicht zerstört werden, kann nicht beschmutzt werden und wird auch seine Schönheit nicht verlieren. Heute würde man sagen, die Rendite dieser Anlage ist fantastisch. Was für eine Ermutigung muss das für die Leser gewesen sein, die alles zurücklassen mussten: Ihr Zuhause, ihr Hab und Gut, und wahrscheinlich auch ihr irdisches Erbe. Die Welt versteht wahrscheinlich unser himmlisches Erbe nicht, aber die Bibel sagt und, dass die Jesus Nachfolger so reich sind, dass es gar nicht gezählt werden kann.
Auf dieses Heil hin, das bereitliegt, um am Ende der Zeit offenbart zu werden, bewahrt euch Gottes Kraft durch den Glauben. (V5)
Dass dieses Erbe unvergänglich ist, sollte uns ermutigen, wenn wir in dieser Welt unter Druck geraten. Der Petrus sagt uns, dass diese Ermutigung uns im Glauben Kraft gibt, bis unser Heil und Rettung offenbar wird (1. Pet 1,5). Wir merken hier: Alles von Vers 1-5 gehört zusammen. Diejenigen, die Gott auserwählt hat (V1), die wird er bewahren bis zum Tag der endgültigen Erlösung. In Vers 23 sagt Petrus:
Denn ihr seid neu geboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das Wort des lebendigen, ewigen Gottes. (1. Pet 1,23).
Und für Petrus ist klar, dass das Wort Gottes eine Kraft hat, die nicht vergehen wird, wie z.B. die von Herrschern, wie z.B. von Babylon (V24-25). Das Wort Gottes vergeht nicht. Auch wenn wir in unserem Leben schwieriges erleben, was es auch immer ist. Die Leser wurden aus Rom nach Kleinasien verbannt, und wir erleben heute noch schwieriges, das wir nicht immer einordnen können. Und Petrus ermutigt uns in seinem Brief, dass Gott sein Volk aus der Verbannung in Babylon zurückgeholt hat, und dass er auch die Christen in Verbannung in Kleinasien zurückholen wird. Und auch heute noch dürfen wir wissen, dass der Tag kommen wird, dass Gott in unsere Geschichte eingreifen wird. Gott kennt unsere Sorgen und wird uns erlösen. Was wir auch erleben; es wird vergehen, und unser Erbe bei Gott vergeht nicht (1. Pet 1,23-24).
In Vers 5 verspricht uns der Petrus, dass die Rettung „dieses Heil (…) bereitliegt, um am Ende der Zeit offenbart zu werden“ (V5). Und was soll da offenbart werden? Zwei Verse später wird klar, Petrus hat die Wiederkunft von Christus im Auge. Dann wird Rettung und Gnade definitiv kommen (1,13; 5,4). Die ersten Christen konnten die Wiederkunft Christi kaum erwarten. Wenn Jesus wiederkommt, wird er uns vom Stress in dieser Welt erlösen und eine perfekte Zeit einläuten. Darum beteten die die ersten Christen „Maranata – komm (bald), Herr Jesus“ (siehe 1. Kor 16,22; Off 22,20). Ich glaube wir können in dieses Gebet einstimmen, denn der Zukunfts-Segen, wo da und dort jetzt schon anfängt, gibt uns Hoffnung für die Gegenwart.
Anwendung
Was nehmen wir aus Vers 3-5 mit? Wenn wir schwieriges in unserem Leben erleben, sei es Verlust von einem Zuhause, eine Beziehung, die in Brüche geht, oder ein Traum, der zerbricht, dann dürfen wir uns daran erinnern, dass wir ein unantastbares Erbe haben.
Auch wenn wir uns in dieser Welt fremd vorkommen, wir sind nicht verloren. Unsere Zukunft ist gesichert, unsere Hoffnung lebt und unser Erbe vergeht nicht.
